Das war ein Fest!

Mit einem beeindruckenden Gottesdienst, einem inszenierten Weg durch die Innenstadt und einem Fest im Haus 44 feierten das Stuttgarter Jugendpfarramt und die Evangelische Jugend Stuttgart am 13.10.2013 ihr 150-jähriges Jubiläum.

Rund 800 Menschen waren der Einladung in die Stiftskirche gefolgt und sahen die vom teatro piccolo mit berührenden Bildern in Szene gesetzte Vision eines gelingenden Miteinanders von Alt und Jung. Nikolaus Schneider nahm diese Vision in seiner Predigt auf und ermahnte die Christengemeinschaft, Verantwortung für die Schwachen zu übernehmen. Auch Oberbürgermeister Fritz Kuhn zeigte sich in seinem Grußwort beeindruckt „So stelle ich mir das Zusammenleben in der Stadt vor.“ Musikalisch wurde die Vielfalt evangelischer Jugendarbeit durch Hymnuschor, Bläserensemble und elektonische Musik deutlich. 

Etwa 500 Menschen drängten sich anschließend im Haus 44, informierten sich über Entwicklungen und aktuelle Herausforderungen. Besonderes Interesse weckten dabei Gespräche mit Zeitzeugen aus unterschiedlichen Epochen. Zur Geschichte der evangelischen Jugendarbeit in Stuttgart ist die Festschrift „Vom WIR geprägt. 150 Jahre evangelische Jugendarbeit in Stuttgart“ entstanden: Sie gibt Einblicke in die Geschichte und beschreibt aktuelle Herausforderungen der Jugendarbeit in der Großstadt. Die Festschrift ist zu bestellen unter info@ejus-online.de und kostet 10,-EUR. (inkl. Versand)

Hier finden Sie einen ausführlichen Bericht zum Gottesdienst und hier geht es zu Eindrücken vom Nachmittag.

Weitere Infos gibt es auf unserem Blog: https://150jahre.wordpress.com

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Nikolaus Schneider appelliert an gesellschaftliche Verantwortung

„Es liegt in unserer Verantwortung, dass unsere Gesellschaft nicht auseinanderfällt, sondern die Schwachen und die Verachteten in die Mitte der Gesellschaft hereingenommen werden.“ Das sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, bei seiner Predigt in der Stiftskirche zum 150-Jahre-Jubiläum der evangelischen Jugendarbeit Stuttgart. Mehr

Endspurt für den 13. Oktober!

Das Programm im Haus 44 steht, die Gesprächspartner für die Zeitzeugendialoge sind geklärt. Der inszenierte Weg von der Stiftskirche zum Haus 44 verspricht spannend zu werden und hält einige Überraschungen bereit.

Die Proben für den Gottesdienst um 10 Uhr in der Stiftskirche sind in vollem Gange. Ohne allzu viel zu verraten, darf schon jetzt versprochen werden, dass es ein ganz besonders schöner, bild- und tonintensiver Gottesdienst wird. Kommt zahlreich!

Hurra!

Die Festschrift ist da, sieht gut aus und ist vor allem höchst informativ. Wer am Sonntag zum Gottesdiesnst um 10 Uhr in die Stiftskirche kommt, erhält ein exklusives Exemplar geschenkt! Natürlich kann das Werk auch per Email bestellt werden (Kosten: 10 € inkl. Versand).

Die Vorbereitungen laufen…

…auf Hochtouren. In zahlreichen Arbeitsgruppen werden die einzelnen Programmpunkte von Gottesdienst und anschließendem Fest vorbereitet.

Ein Meilenstein ist bereits geschafft: Die Festschrift ist im Druck! Auf 120 Seiten gibt sie einen Überblick über die spannende Geschichte von Jugendpfarramt und Jugendwerk und erörtert aktuelle Herausforderungen. Zahlreiche Grußworte zeigen eindrucksvoll, wie tragfähig das Netz der Stuttgarter Jugendarbeit ist, in das das Ev. Jugendpfarramt und die Evangelische Jugend Stuttgart eingebunden sind. Die Festschrift kann gegen einen Kostenbeitrag von 10€ (inkl. Versand) unter info@ejus-online.de bestellt werden. Unser Tipp: Wer zum Festgottesdienst kommt, erhält sein Exemplar druckfrisch und kostenlos.

Vom Wir geprägt – warum dieser Titel?

Als am 1.11.1863 der erste Jugendpfarrer deutschlandweit seinen Dienst in Stuttgart begann, ahnte sicher niemand, welch vielfältige Arbeitsbereiche von ihm und seinen Nachfolgern bzw. seiner Nachfolgerin ausgehen würden. Fest stand allerdings schon damals, dass die Evangelische Kirche mit dieser Entscheidung eine Mitverantwortung für Jugendliche übernommen hat und die Jugendarbeit nicht mehr nur freien Vereinen – die es auch vorher schon gab – überlassen wollte. Wenn wir also in diesem Jahr das 150. Jubiläum des Jugendpfarramtes feiern, feiern wir zugleich 150 Jahre evangelische Jugendarbeit im Auftrag der Kirche, auf der Suche nach dem Besten für die Stadt.

Ein roter Faden zieht sich durch die Geschichte der evangelischen Jugendarbeit, trotz unterschiedlicher Methoden, Themen und Konzepte: die Erfahrung von Gemeinschaft. Diese prägt den Einzelnen, gleichzeitig auch Stadtgesellschaft und Kirche. Ausgehend von den Bedürfnissen junger Menschen wurden und werden in der evangelischen Jugendarbeit Angebote konzipiert, die Nöte lindern, Solidarität erzeugen und Partizipation ermöglichen. Das 150. Jubiläum des Jugendpfarramtes steht deshalb unter dem Slogan „Vom WIR geprägt“.

Hintergrund der damaligen Entscheidung des Stuttgarter Konsistoriums, eine Jugendpfarrerstelle einzurichten, war die zunehmende Industrialisierung Stuttgarts. Vor allem junge Männer machten sich auf den Weg in die aufkommenden Industriestandorte, in denen sie weitgehend auf sich allein gestellt waren. Ohne einen Jugendpfarrer würden „Tausende von jungen Leuten ohne seelsorgerliche Einwirkung bleiben und immer tiefer in das Verderben der Unsittlichkeit und Irreligiosität versinken“ – so die Befürchtung, die der damalige Prälat Sixt Karl Kapff im Antrag für die Stelle formuliert hatte. Mit Schlafstätten, Freizeit- und Bildungsangeboten sollten die Lehrlinge vor dem sittlichen Verfall, vor den Dirnen und dem Alkohol in den Winkelkneipen geschützt werden.

Es folgte eine wechselhafte Geschichte des Jugendpfarramtes und des neugegründeten Jugendvereins. Dieser übernahm zunächst die Betreuung der stetig steigenden Zahl von  Lehrlingsheimen, zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts kam ein beachtliches Spektrum sozial-diakonischer Aufgaben wie Arbeitsvermittlung, Lehrstellenvermittlung, Berufsberatung, Jugendgerichtshilfe und Jugendbewährungshilfe hinzu. In den zwanziger Jahren entwickelte sich dann ausgehend vom Jugendpfarramt die Waldheim-, Freizeit- und Jungschararbeit. Parallel  dazu waren Jugendgottesdienste und seelsorgerliche Angebote eine kontinuierliche Aufgabe des Jugendpfarrers.

Die nationalsozialistische Schreckensherrschaft brachte auch der evangelischen Jugendarbeit eine Zäsur. Im Verlauf der Auseinandersetzungen mit der Hitlerjugend stellte sich die Jugendarbeit unter den Schutz der Kirche. Aus dem ehemals eigenständigen Jugendverein wurde die Jugendarbeit der Bekennenden Kirche. Diese Entwicklung wurde nach dem 2. Weltkrieg aufgegriffen. Der damalige Landesjugendpfarrer und spätere Oberkirchenrat, Manfred Müller, schuf 1946 eine Ordnung, nach der Jungmännerwerk und Mädchenwerk selbständig im Auftrag der Landeskirche arbeiteten. Diese von ihm selbst so genannte „Schwabenformel“ steht für eine einzigartige Konstruktion, die bis heute in Kraft ist.

Petra Dais, Rolf Ahlrichs

Aktuelle Infos

Auf dieser Internet-Sonderseite finden Sie aktuelle und Hintergrund-Informationen zum 150-jährigen Jubiläum des Evangelischen Jugendpfarramtes und der Evangelischen Jugend Stuttgart. Diese Seite wird ständig aktualisiert. Das Programm für das Jubiläumsfest finden Sie unter „Programm“.